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„Alternativen zu…

– geht es auch ohne die großen Anbieter?“ hieß mein Workshop beim Fachtag „Grundrechte im digitalen Raum“, der von der Aktion Jugendschutz Landesarbeitesstelle Baden-Württemberg veranstaltet wurde. Neben der Veranstaltung habe ich noch einen Artikel für die „Schriftreihe Medienkompetenz“ geschrieben, die jetzt veröffentlicht wurde. Meinen Artikel möchte ich an dieser Stelle (in angepasster Form) veröffentlichen.

Um es gleich zu Beginn vorweg zu nehmen: es finden sich mit Sicherheit tausend Ausreden, um nicht auf die Alternative zu setzen und bei dem zu bleiben, was seit jeher eingesetzt wird, auch wenn vorhandene Probleme z.B. beim Datenschutz bekannt sind. Wer sich damit beschäftigen möchte, muss es wollen und alle “Ja, aber…” beiseiteschieben. Es nicht zu tun, ist das einfachste auf der Welt.

Sich mit alternativen zu beschäftigen kann vielfältige Gründe haben: Um Neues kennenzulernen, die eigene Privatsphäre in den Vordergrund stellen, Datenschutzproblematiken oder das Verhindern von Monopolen. Die Gründe sollen an dieser Stelle nicht vertieft werden. Dieser Beitrag ist für alle, die bereit sind, etwas Zeit zu investieren, und den eigenen Horizont erweitern möchten.

Betriebssysteme: Desktop

Die erste Alternative gibt es bereits beim Betriebssystem. Für den klassischen Desktop-PC oder Laptop gibt es z.B. auch Linux, welches in unterschiedlichen Varianten (Distributionen) zur Verfügung steht. Zu den bekanntesten gehört sicherlich Ubuntu, das auch als sehr benutzerfreundlich gilt. Ubuntu kann kostenlos heruntergeladen und vor der Installation ausführlich mit einer Live-CD getestet werden. Es kann auch zunächst parallel zu Windows installiert werden. Das praktische an einer Linux Distribution ist, dass Sie gleich weitere Alternativen mitgeliefert bekommen: GIMP statt Photoshop, LibreOffice statt Microsoft Office, Envice statt Adobe Reader, Mozilla Thunderbird statt Outlook, Evolution statt Outlook, Chromium statt Google Chrome oder Mozilla Firefox statt Internet Explorer/Edge (der Firefox ist ebenfalls für Android und iOS verfügbar).

Betriebssysteme: Smartphone & Tablet

Auf Smartphones und Tablets sind Android von Google und iOS von Apple die derzeit führenden Systeme. Daneben gibt es von Microsoft Windows Phone und bald Windows 10 auch für die Mobilgeräte. Das bereits erwähnte Ubuntu ist in einer “Touch”-Version verfügbar und Mozilla versucht mit Firefox OS ebenfalls ein Betriebsysstem für Mobilgeräte zu platzieren. Cyanogenmod nutzt das Android Open Source Projekt, um ein Android frei von Google-Diensten zu entwickeln und für verschiedene Geräte bereitzustellen. Mit Cyanogenmod ist es auch möglich älteren Geräten neues Leben einzuhauchen, wenn der Hersteller keine Software-Aktualisierung zur Verfügung stellt.

Dienste: Suchmaschinen

In Deutschland ist die Google-Suche die unangefochtene Nummer 1. Eine Google-Suche nach Alternative bringt folgendes zu Tage: DuckDuckGo, Startpage, Metager und Qwant. Ich nutze seit gut einem halben Jahr DuckDuckGo als Standard-Suche und bin bisher zufrieden damit.

Dienste: E-Mail

Posteo und Mailbox.org sind Mailanbieter, die einen hohen Wert auf aktuelle Sicherheitsstandards legen und auf Werbung verzichten. Dafür verlangen die Anbieter 1,- Euro pro Monat. Das eigene Postfach kann verschlüsselt werden. Bei beiden ist auch die Synchronisation der Kontakte und des Kalenders über die Standards CardDAV und CalDAV eingebaut.

Dienste: Dateisynchronisation

Zu reinen Dateisynchronisation bietet sich z.B. Seafile an. Hier besteht die Möglichkeit, sich bei Seafile selbst zu registrieren und gegen eine Gebühr den Dienst zu nutzen oder man kann sich die Software selbst auf dem eigenen Server (z.B. auch dem Raspberry Pi) einrichten. Neben Seafile gibt es noch ownCloud, das neben der Dateisynchronisation auch z.B. Kontakte und Kalender synchronisieren kann. Bei der ownCloud gibt es viele verschiedene kommerzielle Anbieter, die einen Cloud-Dienst anbieten, z.B. blaucloud.de oder portknox.net. ownCloud kann aber auch selbst auf dem eigenen Server eingerichtet werden.

Daneben gibt es auch noch Anbieter wie TeamDrive, die sich ganz auf die kollaborative Zusammenarbeit spezialisiert haben.

Dienste: Kontakte und Kalender

Möchte man seine Kontakte und den Kalender über verschiedene Geräte hinweg synchron halten, braucht es auch hier einen Server dazwischen. Überlicherweise haben die großen Anbieter da schon etwas im Angebot wie z.B. die iCloud von Apple. Alternativ dazu gibt es auch z.B. die bereits erwähnte ownCloud oder spezielle Software wie Baikal oder Radicale.

Dienste: Navigation

Mit OpenStreeMap und Nokia HERE gibt es 2 Anbieter für Karten, die gut als Alternativen zu Google Maps dienen können. Eine App, die OpenStreetMap als Grundlage nutzt ist z.B. OSMAnd+ Karten und Navigation zu nennen. Für die HERE Map von Nokia gibt es eine gleichnamige App im Play- und AppStore.

HERE WeGo - Routenplaner & GPS
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HERE WeGo
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Entwickler: HERE Apps LLC
Preis: Kostenlos
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Karten GPS Navigation OsmAnd+
Karten GPS Navigation OsmAnd+
Entwickler: OsmAnd
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Apps: Kommunikation

WhatsApp und der Facebook-Messenger sind die führenden Apps, wenn es um Instant-Messaging geht. Alternativ dazu sind Threema oder Signal zu nennen. Beiden haben ihren Schwerpunkt auf verschlüsselter Kommunikation. Threema lässt sich ganz ohne die Synchronisation des Adressbuches nutzen. Signal kann ganz praktisch als Standard SMS-App eingerichtet werden, so wird es ganz nebenbei genutzt und verbreitet sich vielleicht eher.

Wire ist ebenfalls eine interessante App, die aus der Schweiz kommt und Quelloffen ist.

Wire - Sicherer Messenger
Wire - Sicherer Messenger
Entwickler: Wire Swiss GmbH
Preis: Kostenlos
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Wire • Sicherer Messenger
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Entwickler: Wire Swiss GmbH
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Zum Workshop gibt es selbstverständlich auch einen Artikel im Netzwerkzeug. Anregungen gerne dort in die Kommentare.

Die „Schriftreihe Medienkompetenz“ kann bei der Aktion Jugendschutz BW bestellt werde, sie enthält noch weitere Artikel u.a.

„Es ist sowieso alles gespeichert.“ – Grundrechte, digitale Medien und Pädagogik. Grundlagen und Methoden der Verbraucherbildung für Schulen und die außerschulische Arbeit.

Selbstverteidigung gegen Ausspähung und Werbung im Internet.

Digitaler Moderationskoffer für die politische Bildung

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